Fassadenbrandprüfung nach EDIN 4102-24 oder MVV-TB, Anhang 6 (Sockelbrandszenario)

Bei dieser Fassadenbrandprüfung handelt es sich um ein Prüfverfahren zur Bewertung des Brandverhaltens von Außenwandbekleidungen bei einer Brandeinwirkung in unmittelbarer Nähe des Fassadenfußes (Sockelbrand). Es dienst insbesondere zur Bewertung des Widerstands des Sockels bzw. der Brandschutzmaßnahmen im Sockelbereich, welches aber auch zur Verifikation der Baustoffklasse „Schwerentflammbar“ verwendet wird.


Geprüft wird im originalmaßstäblichen Versuch die Beanspruchung der Fassade durch Flammen, die von unmittelbar an der Fassade stehenden Müllcontainern verursacht wurden. Ziel ist es, festzustellen, welchen Beitrag die Außenwandbekleidung zur Brandausbreitung an der Fassade leistet.


Dazu wird eine Gebäudeinnenecke nachgebaut. Die brennende Holzkrippe (200 kg) davor simuliert den Brand. Während der Prüfungsdurchführung wird die Brandausbreitung sowohl messtechnisch als auch visuell erfasst. Die Resultate werden in einem ausführlichen Prüfbericht zusammengefasst.


Die Ergebnisse der Brandprüfung können in Zulassungsverfahren gemeinsam mit weiteren Brandprüfergebnissen als Grundlage zur Bewertung der Schwerentflammbarkeit von Außenwandbekleidungen verwendet werden.


FAQs

Wie viele Versuche sind notwendig?

Wie viele Versuche sind notwendig?

Wie viele Versuche sind notwendig?

Je nach Verlauf der Prüfung und Variationsmöglichkeiten der zu bewertenden Konstruktion kann bereits ein Versuch ausreichen.


Wie lange dauert ein Versuch?

Wie lange dauert ein Versuch?

Wie lange dauert ein Versuch?

Die Prüfzeit beträgt mindestens 25 Minuten. In dieser Zeit wird der Prüfkörper einer direkten Beflammung durch eine Holzkrippe ausgesetzt. Nach Ablauf der Prüfzeit schließt sich eine Beobachtungszeit an. Die Beobachtungszeit endet frühestens 60 Minuten nach Prüfbeginn.


Wie wird die Außenwandbekleidung brandbeansprucht?

Wie wird die Außenwandbekleidung brandbeansprucht?

Wie wird die Außenwandbekleidung brandbeansprucht?

Die 200 kg schwere Holzkrippe steht auf dem Boden in der Innenecke des Prüfstands. Die Flammen beanspruchen den darüber liegenden Bereich der Außenwandbekleidung.


Welche Größe und Form hat der Prüfkörper?

Welche Größe und Form hat der Prüfkörper?

Welche Größe und Form hat der Prüfkörper?

Der Prüfkörper wird als Innenecke ausgebildet. Der lange Schenkel hat eine Mindestlänge von 4,0 m, die Breite des kurzen Schenkels beträgt mindestens 2,0 m. Die Höhe des Prüfkörpers beträgt mindestens 9,8 m. Eine Beschränkung der Dicke existiert nicht. Diese richtet sich nach der zu untersuchenden Außenwandbekleidung.


Wie sehen die gewonnenen Ergebnisse aus?

Wie sehen die gewonnenen Ergebnisse aus?

Wie sehen die gewonnenen Ergebnisse aus?

Die Ergebnisse der Prüfung werden in einem ausführlichen Prüfbericht dargestellt. Im Prüfbericht enthalten sind eine detaillierte Beschreibung des Prüfaufbaus, die Temperaturen an und in der Fassade, Beobachtungen der Flammenausbreitung oder des brennenden Abtropfens und das Schadensbild nach Beendigung des Versuchs. Zusätzlich wird jeder Versuch kontinuierlich durch eine Videoaufzeichnung dokumentiert.


Wann ist die Prüfung notwendig?

Wann ist die Prüfung notwendig?

Wann ist die Prüfung notwendig?

Seit den Jahr 2016 ist ein Nachweis nach dem Sockelbrandprüfverfahren im Rahmen des Zulassungsverfahrens für EPS-basierte Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) notwendig, wenn von


den vom DIBt festgelegten Standard-Brandschutz-Ertüchtigungsmaßnahmen abgewichen werden soll. Das heißt, soll beispielsweise eine andere Art von Brandriegeln, eine abweichende Zahl von Brandriegeln oder ein neuartiger EPS-Dämmstoff zugelassen werden, muss eine entsprechende Sockelbrandprüfung durchgeführt werden.


Die Standard-Brandschutzmaßnahmen sind in dem Bericht „WDVS mit EPS-Dämmstoff. Konstruktive Ausbildung von Maßnahmen zur Verbesserung des Brandverhaltens von als „schwerentflammbar“ einzustufenden Wärmedämmverbundsystemen mit EPS-Dämmstoff“ vom DIBt vom 27. Mai 2015 niedergeschrieben.


Das Sockelbrandprüfverfahren wird aktuell im Entwurf der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) in der Technischen Regel A.2.2.1.5 geregelt und soll in eine Norm (Entwurfstitel DIN 4102-24) überführt werden. Derzeit findet es nur Anwendung bei nationalen Zulassungen EPS-basierter WDVS.


Ansprechpartner

Arbeitsgruppenleiter
M.Sc.
Nick Neumann
T +49 (0)341 6582-191
F +49 (0)341 6582-197

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