Brennwert-Bestimmung nach DIN 4102-1 und DIN EN ISO 1716

Die Prüfungen im Bomben-Kalorimeter dienen dem Nachweis der Nichtbrennbarkeit gemäß DIN 4102?1 und DIN EN ISO 1716 von Baustoffen.


In dieser Prüfung wird eine Materialprobe mit festgelegter Masse unter standardisierten Bedingungen bei konstantem Volumen in einer reinen Sauerstoffatmosphäre in einem Bomben-Kalorimeter verbrannt. Die unter diesen Bedingungen bestimmte Verbrennungswärme wird auf der Grundlage des gemessenen Temperaturanstiegs unter Berücksichtigung des Wärmeverlusts und der latenten Verdampfungswärme von Wasser berechnet. Mit diesem Prüfverfahren wird der absolute Wert der Verbrennungswärme eines Produkts bestimmt und anschließend der Brennwert des Produktes ermittelt.


FAQs

Wie viele Versuche sind notwendig?

Wie viele Versuche sind notwendig?

Wie viele Versuche sind notwendig?

Aus mindestens 3 Teilversuchen nach DIN 4102 1 oder DIN EN ISO 1716 wird der Mittelwert des Brennwertes berechnet. Dieser Mittelwert kann für die Baustoffklassifizierung gemäß DIN 4102 1 oder DIN EN 13501 1 verwendet werden.


Im Rahmen von orientierenden Versuchen kann die Anzahl der Teilversuche auch reduziert werden.


Welche Größe und Form hat der Prüfkörper?

Welche Größe und Form hat der Prüfkörper?

Welche Größe und Form hat der Prüfkörper?

Die zu prüfende Materialprobe muss mindestens 50 g wiegen und Abmessungen von mindestens 250 mm x 250 mm haben.


Wie wird die Prüfung durchgeführt?

Wie wird die Prüfung durchgeführt?

Wie wird die Prüfung durchgeführt?

Nachdem das zu prüfende Material aufbereitet und bei Normklima konditioniert wurde, werden Teilproben davon eingewogen und, falls notwendig, mit einer Brennhilfe gemischt. Anschließend wird die präparierte Probe in die sogenannte Bombe (siehe Bild oben) eingesetzt. Die verschlossene Bombe wird danach in das Bomben-Kalorimeter eingehängt. Im nächsten Schritt wird das Bombenkalorimeter geschlossen und die Bombe wird mit Sauerstoff gefüllt, bis ein Druck von 3,0 – 3,5 MPa erreicht ist. Unter dieser speziellen Atmosphäre wird das zu prüfende Material gezündet und vollständig verbrannt. Der infolge der Verbrennung messbare Temperaturanstieg wird für die Berechnung der Verbrennungswärme und des Brennwertes verwendet.


Wie sehen die gewonnenen Ergebnisse aus?

Wie sehen die gewonnenen Ergebnisse aus?

Wie sehen die gewonnenen Ergebnisse aus?

Gemäß DIN 4102-1 wird der Brennwert als massenbezogener Brennwert: Ho [kWs/kg] angegeben.


Gemäß DIN EN ISO 1716 wird der Brennwert sowohl als massebezogener Brennwert: QPCS [MJ/kg] als auch als flächenbezogener Brennwert QPCSS [MJ/m²] angegeben.


Für welche Baustoffklassifizierung kann das Ergebnis verwendet werden?

Für welche Baustoffklassifizierung kann das Ergebnis verwendet werden?

Für welche Baustoffklassifizierung kann das Ergebnis verwendet werden?

Die Prüfergebnisse nach DIN 4102-1 können im Rahmen einer Baustoffklassifizierung nach DIN 4102-1 verwendet werden. Die Bestimmung des Brennwertes ist für die Baustoffklassen DIN 4102-A1 und DIN 4102-A2 relevant.


Die Prüfergebnisse nach DIN EN ISO 1716 können im Rahmen einer Baustoffklassifizierung nach DIN EN 13501-1 verwendet werden. Die Bestimmung des Brennwertes ist für die Baustoffklassen A1, A2, A1fl, A2fl, A1L sowie A2L relevant.


Welche Produktgruppen werden typischerweise geprüft?

Welche Produktgruppen werden typischerweise geprüft?

Welche Produktgruppen werden typischerweise geprüft?

Folien, Gewebe, Kunststoffe, Putze, Kleber, Dämmstoffe, Farben, Lacke, alle Komponenten von nichtbrennbaren Systeme mit geringen brennbaren Bestandteilen wie bspw. Sandwich-Elemente, Wärmedämmverbundsysteme


Welches Brandszenario wird durch die Prüfung abgebildet?

Welches Brandszenario wird durch die Prüfung abgebildet?

Welches Brandszenario wird durch die Prüfung abgebildet?

Nichtbrennbare Bauprodukte müssen sehr hohen Temperaturen bei voll entwickelten Raumbränden standhalten. Diese Phase nach dem Feuerüberschlag wird als sogenannte Post-Flash Over-Phase bezeichnet. Daher wird mit dieser Prüfmethode nachgewiesen, dass Bauprodukte unter den Bedingungen eines voll entwickelten Brandes keinen wesentlichen Beitrag zur Brandlast und zum Brandanstieg liefern.


Ansprechpartner

Arbeitsgruppenleiter
M.Sc.
Nick Neumann
T +49 (0)341 6582-191
F +49 (0)341 6582-197

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