Zerstörungsfreie Prüfverfahren

Mit zerstörungsfreien Prüfverfahren können schnelle und zuverlässige Aussagen über kritische Bauwerkszustände gemacht werden, ohne die weitere Nutzung des Bauwerks zu beeinträchtigen, da eine Schädigung durch Probeentnahmen entfällt.


Wir bieten u. a. folgende zerstörungsfreie Prüfverfahren an:


  • Messung der Betondeckung/Ortung der Bewehrung mittels induktiver Messverfahren
  • Ermittlung der Bauteilgeometrie/Ortung von Fehlstellen mittels magnetischem Feld/Ultraschall
  • Ermittlung der Betondruckfestigkeit mittels Betonprüfhammer (Schmidt-Hammer)
  • Temperatur- und Feuchtemessung
  • Inspektion schwer zugänglicher Bauteile mittels Endoskop/Boreskop
  • Potentialfeldmessung mittels Stab-, 1-Rad- und 4-Radelektrode
  • Messung des spezifischen elektrischen Widerstandes von Beton (Wenner-Sonde, Resipod 50 mm Geometric)


 


Betondeckung/Ortung der Bewehrung

Die Bewehrung von Stahlbetonbauteilen kann zerstörungsfrei mit Hilfe eines induktiven Messverfahrens geortet werden. Durch die Kenntnis der Lage der Bewehrung können z. B. im Nachgang Bohrkerne zur Ermittlung der Betondruckfestigkeit entnommen werden ohne die Bewehrung zu beschädigen. Außerdem kann mit diesem Verfahren der Durchmesser der Bewehrungsstäbe ermittelt werden, womit die vom Bauteil aufnehmbare Last abgeschätzt werden kann.


Verfügbare Geräte (Auswahl):


  • Hilti: FS 10 Ferroscan
  • Hilti: PS 200 Ferroscan

Die Ferroscan-Systeme PS 200 und FS 10 dienen zur Ortung, Tiefenbestimmung und Durchmesserabschätzung der Bewehrung. Die Systeme sind in der Lage, Bewehrungseisen bis in eine Tiefe von 160 mm (PS 200) bzw. 180 mm (FS 10) zu detektieren. Die Bestimmung des Bewehrungsdurchmessers ist bei beiden Systemen bis zu einer Tiefe von 60 mm möglich. Bei der Messung wird der Scanner direkt über die Oberfläche des Bauteils bewegt. Die gesammelten Daten werden im Scanner gespeichert und anschließend auf den Monitor übertragen. Der Monitor ist in der Lage, große Datenmengen zu speichern und die Daten zur Anzeige zu bringen. Die Anordnung der Bewehrung wird grafisch dargestellt.


Bauteilgeometrie/Ortung von Fehlstellen

Mit einer Ultraschallmessung kann die Dicke und Bauteilgeometrie auch bei einseitiger Zugänglichkeit ermittelt werden. Zudem können u. a. Fehlstellen in Bauteilen wie Hohlstellen, Verpressfehler in Hüllrohren bei Spannbetonbauteilen und Verdichtungsmängel in Betonbauteilen lokalisiert werden.


Verfügbare Geräte (Auswahl):


  • Proseq: TICO Ultraschallmessgerät
  • ACS: Niederfrequenz-Ultraschall-Defektoskop A1220 Monolith

Das Niederfrequenz-Ultraschall-Defektoskop A1220 Monolith mit einem 
24-köpfigen Array M2502 von ACS dient vorwiegend zur zerstörungsfreien Bauzustandsuntersuchung von Beton-, Stahl- und Spannbetonbauwerken. Die vorteilhaften Eigenschaften, wie bspw. das kontaktmittelfreie Messen und die handliche Bedienung, erlauben ein schnelles und effizientes Arbeiten insbesondere auf rauen Oberflächen. Es können sowohl Reflexions- als auch Transmissionsmessungen durchgeführt werden, wodurch das Gerät bei Bauteiluntersuchungen breite Anwendung findet.


Die Messdaten werden im Gerät gespeichert und können mit Hilfe einer gerätespezifischen Software visuell dargestellt werden.


Betondruckfestigkeit

Die Druckfestigkeit ist eine der wesentlichen Betonkenngrößen, da sie unmittelbaren Einfluss auf die Tragfähigkeit der Betonkonstruktionen hat. Mit Hilfe eines Betonprüfhammers (Schmidt-Hammer) kann die Druckfestigkeit sowie die Druckfestigkeitsentwicklung schnell und zerstörungsfrei direkt am Bauteil ermittelt werden. Neben der zerstörungsfreien Ermittlung der Druckfestigkeit können durch dieses Messverfahren Schwachstellen im Betonbauteil erkannt und die Gleichmäßigkeit der Betonqualität großflächig kontrolliert werden.


 Verfügbare Geräte (Auswahl):


  • Proceq: Betonprüfhammer N-34

Der Schlagbolzen des Betonprüfhammers schlägt mit einer definierten Energie auf die Betonoberfläche. Je nach Härte des Betons prallt die Hammermasse mehr oder weniger stark zurück. Dieser Rückprall wird vom Gerät gemessen und gibt Auskunft über die Härte des Betons. Mit Hilfe der Umwertungskurve kann aus den Messwerten die Druckfestigkeit bestimmt werden. Der Schmidt-Hammer ist bei Druckfestigkeiten zwischen 10 und 70 N/mm² anwendbar.


Kontakt

T +49 (0)341 6582-145
werkstoffe@ mfpa-leipzig.de